Medien und Medientechnik für Bildung und Kultur
Aktuell - MedienSpiel-/Dokumentarfilme

Das weiße Band  (46 64251)  

Eine deutsche Kindergeschichte

 

In einem kleinen Dorf im Jahr 1913/14 im Norden Deutschland stehen der adelige Gutsherr der Arzt und der Pastor an oberster Stelle der Dorfhierarchie. Der Pfarrer lässt seine Kinder für das kleinste Vergehen zur Strafe ein weißes Band tragen. Der Dorffrieden wird durch mysteriöse Ereignisse gestört: zu Beginn erleidet der nach außen hin kinderliebe und freundliche Arzt einen durch einen gespannten Draht absichtlich herbeigeführten Unfall. Der Sohn des selbstgerechten Gutsherren wird entführt und der behinderte Sohn der Hebamme schwer misshandelt. Diese Bestrafungen nehmen allmählich einen rituellen Charakter an. Stecken die Kinder und Jugendlichen des Dorfes dahinter, die ihre eigene Erziehung in diesen Taten widerspiegeln? Am Ende steht der Beginn des 1.Weltkrieges, die Vorfälle werden dadurch zur Nebensache. Doch sind sie nicht die Wurzeln zukünftiger Ereignisse?

 

                   

Der renommierte österreichische Regisseur Michael Haneke wirft in seinem streng inszenierten, in Schwarzweiß gedrehten Ensemblelfilm einen fast wissenschaftlich präzisen Blick hinter die Fassaden einer vom Protestantismus und autoritären Strukturen geprägten Gemeinde im wilhelminischen Deutschland. Mit einem ausgeprägten Sinn für das Detail deckt er so die Auswirkungen einer hierarchisch gegliederten Gesellschaft und ihrer autoritären Vorstellung von Kindeserziehung auf. Damit öffnet DAS WEISSE BAND auf anspruchsvolle Art auch den Raum für die Frage nach den historischen und politischen Folgen eines solchen Gesellschaftskonzeptes.

 

 

 




» Zum Filmheft bitte Bild anklicken  «