Bildung und Medien
Das Medienzentrum Rheingau-Taunus gibt es seit über 60 Jahren. Die Aufgaben dieser Einrichtung haben sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend gewandelt.
Audio-visuelle Medien waren früher eine Rarität. Fernsehen gab es nicht, Kinofilme dienten meist der Unterhaltung und Reisen in ferne Gegenden blieben wenigen Familien vorbehalten. So war es verständlich, dass die Filme und sonstigen Medien der Medienzentren heiß begehrt waren. Jeder neue Film über unbekannte Länder, neue technische Entwicklungen usw. stellte eine wesentliche Bereicherung von Bildungsveranstaltungen dar.
Diese Zeiten sind vorbei.
Heute haben wir den erbarmungslosen Medienüberfluss. Längst ist der Mensch überfordert, die ihm zur Verfügung stehenden Medienangebote und damit verbundenen Informationen sinnvoll zu verarbeiten, geschweige denn überhaupt eine befriedigende Auswahl zu treffen.
Es ist heute nicht mehr die Frage, ob es zu einem bestimmten Thema ein Medium gibt. Heute geht es darum, aus dem unüberschaubaren, häufig unqualifizierten Angebot ein Medium zu finden, das sinnvoll in eine Bildungsveranstaltung integriert werden kann und eine echte, motivierende Bereicherung für den Lernprozess darstellt. Es ist nicht die Aufgabe der Medienzentren, die zunehmende Medienberieselung im privaten Bereich auch noch in der Schule und den anderen Bildungseinrichtungen zu forcieren. Dazu gehört auch, von einem Medieneinsatz abzuraten, wenn die Vermittlung eines Lehrstoffes z.B. in der originalen Begegnung mit dem Lerngegenstand sinnvoller ist.
Das im Gegensatz zum kommerziellen Medienbereich alternative Medienangebot des Medienzentrums bedeutet in einer zunehmend am mehr quantitativen als qualitativen Massenkonsum von Medien orientierten Gesellschaft solide Unterstützung der Bildungsarbeit vieler schulischer und außerschulischer Institutionen.
Fazit:
- das MEDIENZENTRUM RHEINGAU-TAUNUS hat hervorragende Bildungsmedien, die es weder in der Videothek noch im Fernsehen gibt.
- viele Bildungsinhalte können ohne Medien nicht qualifiziert vermittelt werden,
- andere Bildungsinhalte können auch ohne Medien sehr gut gelernt werden,
- „neue Medien" ersetzen nicht die „alten Medien",
- Computer in der Schule retten nicht unser Bildungssystem, wenn sie nicht als Handwerkszeug in eine neue Lernkultur dort integriert werden, wo es pädagogisch wirklich sinnvoll ist (... nicht jeder Unsinn wird mit PowerPoint besser).

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